Nur drei emsländische Teams / 1. Tischtennis-Bezirksklasse vor Restart – Karten neu gemischt

Meppen. Nachdem die Tischtennis-Saison 2019/20 abgebrochen und die Spielzeit 2020/21aufgrund der Pandemie frühzeitig annulliert wurde, steht die 1. Herrenbezirksklasse Ems/Vechte nach fast zweijähriger Abstinenz vor dem Restart.

 

Waren es zu Beginn der vergangenen Saison noch immerhin zehn Mannschaften, so erreicht die Staffel in dieser Spielzeit mit nur sieben Teams nicht mehr die Sollstärke. Durch ein Upgrade sind der SC Spelle/Venhaus und der SV Bawinkel II der höherklassigen Bezirksliga zugeordnet worden. Da sich außerdem der ASV Altenlingen freiwillig nach unten abgesetzt hat, ist das Emsland nur noch mit drei Clubs vertreten.

Auch wenn die Karten neu gemischt worden sind, so nimmt Union Lohne eindeutig im Titelkampf die Favoritenstellung ein. Mit dem starken Niederländer Tonnie Heijnen, der auch schon im Emsland für Union Meppen und den VfL Emslage aktiv war, ist das Sextett nur schwer zu schlagen.

Ein ernsthafter Konkurrent ist zweifellos der Haselünner SV. Zwar gehört Bernd Heil nicht mehr zum Kader, doch wird er durch Holger Müller gleichwertig ersetzt. Auf den oberen Positionen agieren Adrean Luba sowie die Brüder Niko und Arno Korte, die sich durch besonderen Spielwitz und Kreativität auszeichnen.

Auch der SC Baccum wird um die oberen Plätze mitspielen. Immerhin war die Mannschaft im Vorjahr beim Saisonabbruch noch ungeschlagen. Das Personaltableau bleibt unverändert, was ein wesentliches Pluszeichen ist. Die Königspersonalie ist zweifellos Milan Heidkamp, der im zweiten Jahr für den SC aktiv ist. Entscheidend für eine positive Spielzeit wird es sein, dass die Mannschaft stets mit "bester Kapelle“ unterwegs ist.

Schwer einzuordnen ist Olympia Laxten III, zumal das Team Danny Lombardo und Marius Brand an die zweite Garnitur in der Bezirksliga abgeben musste. Diese Lücke sollen Felix Timmer und Heiner Klaas schließen. Die Granden in der Stammbesetzung sind nach wie vor Volker Verhall und Christopher Ahlers. Wichtig für eine erfolgreiche Saison ist eine gewisse Konstanz in der Aufstellung. Zu viele Wechsel wirken sich negativ auf die Doppel aus, die in dieser Saison wieder gespielt werden.

Olympia Laxten setzt auf seine Erfahrung: Volker Verhall. Foto: G. Bruns

Rückzug aus der Oberliga / SV Bawinkel startet in Tischtennis-Verbandsliga - Hohes Ziel anvisiert

Der SV Bawinkel hat sich ohne Zwang aus der Tischtennis-Damenoberliga zurückgezogen und startet in der Verbandsliga, geht aber mit hohen Zielen in die neue Saison.

 

Der Rückzug erfolgte, weil die personelle Zukunft nicht planbar ist. Antonia Joachimmeyer wird ein Studium beginnen, noch unklar ist der Universitätsort. Fraglich ist auch, ob sie zu jedem Spiel anreisen kann. Nina Pieper (geborene Längert) wird während der Saison das Lehramtsstudium voraussichtlich beenden und anschließend ein Referendariat beginnen. Dabei weiß sie zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht, wohin es sie verschlägt.

Es gab noch einen weiteren Grund, dazu die Teamchefin Rita Pleus: "Der Aufwand und die Rahmenbedingungen in der Oberliga sind insgesamt grenzwertig, wir sind nun mal keine Profis."

Nach fast zweijähriger Tischtennis-Abstinenz sind Prognosen für die neue Spielzeit sehr gewagt, denkbar ist vieles. In puncto Titelkampf sieht das Bawinkeler Ensemble den SV Wissingen als Meisterschaftsfavoriten. Doch nicht zu unterschätzen ist die TuSG Ritterhude, die sich mit Hanna Stahl (von Werder Bremen) an Position zwei wesentlich verstärkt hat. Beide Vereine haben in der Landesliga eine 2. Mannschaft und somit einen guten Unterbau, was in dieser Saison besonders wertvoll sein kann.

Und natürlich sieht sich der SV Bawinkel - so Rita Pleus - als einen Aspiranten, der um die oberen Plätze mitspielen kann.

Ansonsten hat es die emsländische Damenriege mit weiteren "alten Bekannten" zu tun. Gegen den TSV Hollen hat in der Vergangenheit häufig die Tagesform entschieden. Eine feste Größe ist auch der Hundsmühler TV, zumal Sinja Kampen vom TuS Sande zurückgekehrt ist und als Nummer eins aufgeboten wird. Schließlich ist in der Machtarithmetik auch der TSV Lunestedt mit der überragenden Kristin Hermann zu beachten. Und natürlich freuen sich die Emsländerinnen auf das Regionsderby mit dem Hoogsteder SV, der vor drei Jahren mit einem absoluten Blitzstart aufhorchen ließ.

Die Neulinge Oldenburger TB und TSV Altenbruch sind absolut unbekannte Größen. Die Bilanzwerte prognostizieren beide Vereine zu mutmaßlichen Abstiegskandidaten.

Das emsländische Kollektiv spielt weiterhin in der erprobten Reihenfolge mit Nina Pieper, Antonia Joachimmeyer, Claudia Meer und Rita Pleus. Die Mannschaft muss sich erst wieder finden, zumal auch die Doppel wieder gespielt werden. Das Quartett startet mit drei Auswärtsspielen, Auftaktgegner ist am 5. September der TuS Fleestedt - eine durchaus lösbare Aufgabe.

 

Der Restart des SV Bawinkel erfolgt mit Antonia Joachimmeyer, Rita Pleus, Claudia Meer und Nina Pieper. Foto: Georg Bruns

Sportler mit Technik und Begabung

Ein weiterer Tischtennis-Spieler mit Zukunftsperspektive ist zweifellos Phil Gerdes aus dem Talentschuppen des TV Meppen. Für seinen Club ist er mit großem Erfolg in der 1. Jungenkreisklasse Süd der Region Ems/Vechte (bis 18 Jahre) aktiv. Im bisherigen Saisonverlauf ist er noch ungeschlagen und hat damit Urheberrechte an allen Siegen seiner Mannschaft. Im Titelkampf, derzeit von Corona unterbrochen, läuft alles auf einen Zweikampf zwischen dem TV und Union Lohne hinaus. Gefördert und gefordert wird der Meppener von seinem Trainer Ralf Wohlgezogen.

Bruns-Foto

BW Papenburg geschwächt / Tischtennis-Vereinswechsel - VfB Lingen verstärkt

Im Tischtennissport hat es erstaunlich wenig Vereinswechsel gegeben. Ausschlaggebend war zweifellos die Corona-Pandemie, die frühzeitig zum Abbruch der zurückliegenden Saison geführt hat. Immerhin haben drei Qualitätsspieler das Kreisgebiet verlassen, während kein Aktiver von außen den Weg ins Emsland gefunden hat. Noch weniger Wechsel hat es in der Grafschaft Bentheim, Partner der Ems-Vechte-Region, gegeben.

 

Das Personaltableau des Bezirksoberligisten BW Papenburg hat sich entscheidend reduziert. Der Spitzenspieler Sebastian Memering, der aus beruflichen Gründen in den vergangenen Jahren nur wenig zum Einsatz, hat sich dem FC Sankt Pauli angeschlossen. Mit Marcel Nee ist außerdem ein wertvoller Nachwuchsspieler zum TTC Viktoria Thönse - ein Club in der Stadt Burgwedel - gewechselt. Zusätzlich muss Blau-Weiß weiterhin auf den dauerverletzten Elmar Kuper verzichten.

Simon Penniggers (bisher Olympia Laxten), der wohl stärkste Jugendliche im Emsland, sieht bei seinem neuen Verein Hannover 96 eine bessere Ausbildungsperspektive. Lars Hoffschröer, ein weiteres emsländisches Nachwuchstalent, ist den Weg vom SV Bawinkel zu Olympia Laxten gegangen.

Der Wechsel zwischen den Vereinen SG Bramsche und SuS Darme war in den vergangenen Jahren immer sehr rege. Der SuS hat sich jetzt die Dienste von Maik Dust gesichert.

Der VfB Lingen hat sich wesentlich durch Movahhedi Rouzbeh (bisher SV Hemsen) verstärkt. Mit diesem technisch hochkarätigen Akteur hat sein neuer Verein eine gute Balance in der 1. Mannschaft und kann in der 2. Bezirksklasse Süd für etliche Teams zum Spielverderber werden.

 

Simon Penniggers schlägt künftig für Hannover 96 auf. Foto: G. Bruns

Grafschafter Clubs spielen die erste Geige / 2. Tischtennis-Bezirksklasse Süd - Olympia Laxten hält mit

In der 2. Tischtennis-Herrenbezirksklasse Süd der Region Ems/Vechte sind mit dem TuS Neuenhaus und dem FC Schüttorf zwei Clubs aus der Grafschaft Bentheim tonangebend. Die meisten Vereine der Liga haben etwa die Hälfte der coronabedingten "Einfachrunde" absolviert. Das Emsland ist lediglich mit drei Mannschaften vertreten.  

Der Neuling Olympia Laxten III führt als Tabellendritter mit ausgeglichenem Punktekonto das Mittelfeld an und ist damit sportlich im Soll. Eine durchaus noch bessere Ausgangsposition wurde durch eine kampflose Niederlage vergeben. Beim 3:9-Desaster gegen Vorwärts Nordhorn II wurden die Emsländer auf dem falschen Fuß erwischt. Stärkste Saisonleistung war das Remis gegen den Hoogsteder SV.

Mit bereits zehn eingesetzten Akteuren hat Olympia einen inflationären Spielereinsatz. Positiv spielten Felix Timmer, Stefan Wischebrock und der altgediente Alfred Strom.

Der SC Baccum II ist mit einigen Begegnungen im Rückstand und daher nur schwer einzuordnen. Enttäuschend war das Unentschieden gegen den Tabellenvorletzten Union Lohne II. Dabei war das Sextett lange in Front, doch entglitt die Partie auf der Zielgeraden. Erfolgreichster Einzelspieler ist Steffen Steglich.

Der VfB Lingen wartet als Schlusslicht auf das erste Erfolgserlebnis. Man kann aber noch längst nicht von einer Kapitulation sprechen, denn die Gegner waren ausnahmslos Topteams der Liga. Dabei wurde gegen Vorwärts Nordhorn II und den FC Schüttorf und hauchdünn die Sensation verpasst (jeweils 5:7). Nur gegen den führenden TuS Neuenhaus hieß es mit 3:9 frühzeitig "Game Over". Attraktives Tischtennis spielten Christian Defée und Christian Philipp, was sich auch in positiven Einzelergebnissen niederschlägt.

Handlungsschnell, technisch gut und erfolgreich: der Laxtener Felix Timmer. Foto: G. Bruns