Kalenderbedingt früher als in den meisten Jahren startete das traditionelle Grafschafter Vorgabeturnier in die 27. Auflage. Dabei wurde das Turnier erstmals nicht in der Grafschaft ausgetragen, nachdem der Serien-Ausrichter SV Hoogstede um eine Turnierpause gebeten hatte. SV Blau-Weiß Dörpen war in der Halle am Dünenbad eingesprungen und machte seine Sache als Durchführer sehr gut.
Im 27köpfigen Teilnehmerfeld, das diesmal kleiner ausfiel als in den vergangenen Jahren, setzten sich am Ende die Sieger von 2022 vom TV Meppen durch. Dabei wurden Phil Gerdes und Marcel Milsch diesmal noch durch Nachwuchsspieler Bastian Rotermann verstärkt, der nach dem Ausfall seines Partners das Team seiner Vereinskameraden ergänzte.
Beim Turnier treten Aktive des Regionsverbandes Ems-Vechte in Zweiermannschaften gegeneinander an. Die Konstellation (Geschlecht, Alter, Verein, Spielstärke) ist hierbei egal. Relevant für das Turnier ist der eigene Q-TTR-Wert aus dem letzten Quartal. Hieraus ergeben sich die Vorgaben der Spieler gegeneinander. Die Sätze werden nach alter Manier bis 21 gespielt, dies bedeutet, dass nach fünf Aufschlägen gewechselt wird. Die einzelnen Partien starten in der Vorrunde mit zwei Einzeln für jeden Spieler. Ein Abschlussdoppel kommt zum Tragen, wenn vorher keine Mannschaft drei Punkte erreichen konnte. Teilnahmeberechtigt waren alle Sportler, die einem Verein des Regionsverbandes Ems-Vechte angehören und eine Turnierlizenz erworben hatten.
Die 13 Zweierteams starteten in der Vorrunde in einer Vierer- und drei Dreiergruppen, aus denen jeweils die ersten beiden Teams in die Endrunde kamen. Unter die acht Endrundenteams hatten es auch beide Mannschaften des SV Hoogstede geschafft, die diesmal die einzigen Teilnehmer aus der Grafschaft waren, nachdem die sonstigen Dauerstarter ASC Grün-Weiß 49 Wilsum, SC Union Emlichheim, TuS Neuenhaus, SpVgg. Brandlecht/Hestrup und SV Vorwärts Nordhorn diesmal nicht vertreten waren.
Gleich drei seiner fünf Teams brachte der TV Meppen ins Viertelfinale. Im Halbfinale waren noch zwei davon vertreten, von denen dann Finn Gumprich und Fynn Harmsen gegen Anna Hutmacher und Thomas Veldhoff (SV Hoogstede) mit 0:3 ausschieden. Im anderen Halbfinale kam der Vorjahresfinalist Simon Garbe (VfL Emslage) zwar zu einem Sieg über Phil Gerdes, doch sein Partner Nico Titze, der als einziger vom Durchführer SV Blau-Weiß Dörpen am Start war, unterlag beiden Meppenern, so dass Gerdes/Rotermann sich mit 3:1 ins Finale spielten.
Im Finale selbst wurden dann alle fünf Spiele benötigt, bevor um 21.22 h die Siegermannschaft feststand. Da insgesamt weniger als 17 Teams am Start waren, wurde auch die Endrunde im ungekürzten Corbillon-Cup-System gespielt, so dass alle Spieler auch hier wie in der Vorrunde ggf. zu zwei Einzeln kamen.
Diese gewann dann im Finale wie schon mehrmals zuvor Thomas Veldhoff beide (jeweils mit 2:1 Sätzen), während Anna Hutmacher gegen den jugendlichen Elan von Bastian Rotermann und das Materialspiel von Marcel Milsch kein Mittel fand. Im Schlussdoppel setzten sich Phil Gerdes und Marcel Milsch dann mit 22:20 und 23:21 denkbar knapp durch und wiederholten damit ihren Turniersieg von 2022.
Insgesamt war der vom Regionsverband vorgegebene Termin diesmal alles andere als günstig, doch der Kalender bot diesmal keinen Freitag zwischen Weihnachten und Neujahr an, so dass in die Vorweihnachtszeit und auf einen frühen Turnierstart um 14.00 Uhr ausgewichen werden musste, was schon erwartungsgemäß zu einem kleineren Starterfeld geführt hat. Dass am Ende nur zwei Grafschafter Teams und gar nur eins aus dem Südkreis antraten, war sicherlich enttäuschend, doch lag es zumindest beim TuS Neuenhaus und Vorwärts Nordhorn an eigenen Traditionsveranstaltungen, die immer an diesem Wochenende stattfinden.
Auch im nächsten Jahr wird das Turnier kalenderbedingt nicht am Wunschtermin stattfinden können, weil es den auch 2026 nicht geben wird. Bis dahin muss der Regionsverband auch entscheiden, ob er zukünftig bei diesem Turnier weiterhin den Start von drei Spielern in einer Mannschaft zulässt. Das Regelwerk erlaubt sogar den Start von vier Spielern in einer Zweiermannschaft. Doch ob diese Regel nicht bei einem eintägigen Turnier außer Kraft gesetzt werden sollte, weil sie der größeren Mannschaft doch große Konditionsvorteile gewährt, muss sorgfältig geprüft werden. In der Vergangenheit war das nie ein Problem, weil die Dreiermannschaften, die immer nur aus der Not heraus gebildet worden waren, immer in der Vorrunde ausgeschieden waren.
Turnierleiter Hilmar Heinrichmeyer, der diesmal erst zum dritten Mal in 27 Jahren nicht selbst mitgespielt hatte und dennoch weiterhin unangefochten an der Spitze der Dauerstarter steht, bedankte sich nach Turnierende beim durchführenden SV Blau-Weiß Dörpen mit Michael Hesselbrock an der Spitze. Sowohl die Spielbedingungen als auch die Leistungen des Durchführers ließen den Wunsch aufkommen, in der Zukunft weitere Turniere des Regionsverbandes in Dörpen durchführen zu können.


